Die Kurzfassung: Bremen ist ein Sonderfall. Anders als Niedersachsen hat das Land kein eigenes Nachbarrechtsgesetz. Es gibt dort also keinen Paragrafen, der sagt, wie hoch eine ortsübliche Einfriedung ist oder wer sich an den Kosten beteiligt. Stattdessen zählen BGB, Landesbauordnung, Bebauungsplan – und was Sie mit dem Nachbarn vereinbaren. Wir montieren regelmäßig in Bremen und im Umland und erklären, was das praktisch bedeutet.
Was in Bremen fehlt – und warum das zählt
In Niedersachsen regelt das Nachbarrechtsgesetz eine Menge: Einfriedungspflicht, ortsübliche Beschaffenheit, wohin die Zaunpfähle zeigen, wie Kosten geteilt werden. In Bremen existiert dieses Gesetz nicht. Wer dort ein Detail geregelt wissen will, findet keinen Paragrafen, auf den er sich berufen kann.
Das ist nicht nur Nachteil. Es heißt auch: weniger starre Vorgaben, mehr Gestaltungsfreiheit. Aber es verschiebt das Gewicht – von „was steht im Gesetz“ zu „was haben wir vereinbart“.
Was stattdessen gilt
| Rechtsquelle | Regelt | Praktische Bedeutung |
|---|---|---|
| BGB §§ 903 ff. | Eigentum, Nachbarrecht im Grundsatz, Grenzeinrichtungen | Der allgemeine Rahmen: Ihr Grundstück, Ihre Entscheidung – solange Sie niemanden beeinträchtigen |
| Bremische Landesbauordnung | Höhe, Verfahrensfreiheit, Abstandsflächen | Einfriedungen bis 2 m verfahrensfrei; § 9 begrenzt die Höhe zwischen Nachbargrundstücken |
| Bebauungsplan | Einfriedungen, Materialien, Höhen | Steht über allem anderen – der erste Blick lohnt immer |
| Örtliche Satzungen | Gestaltung, Vorgartenbereich | In Bremen besonders bei Altbauquartieren relevant |
| Ortsüblichkeit | Was in der Straße üblich ist | Ohne Gesetz kein harter Maßstab, aber im Streitfall ein Argument |
Höhe: die eine klare Zahl
§ 9 BremLBO ist die konkreteste Vorgabe, die Bremen zum Nachbarzaun macht: Einfriedungen zwischen Nachbargrundstücken dürfen hinter der vorderen Baulinie oder Baugrenze nicht höher als 2 m über der Geländeoberfläche des Nachbargrundstücks sein. Zwei Details darin lohnen die Aufmerksamkeit: Gemessen wird ab dem Nachbargrundstück – bei Höhenunterschieden macht das einen Unterschied. Und die Regel gilt hinter der Baulinie, für den Vorgartenbereich gelten eigene Maßstäbe.
Die Bremische Landesbauordnung wurde im Mai 2024 neu gefasst und gilt in dieser Fassung seit 1. Juli 2024. Was das für die Genehmigungsfrage bedeutet, steht in unserem Ratgeber Braucht ein Zaun eine Baugenehmigung?
Standort: auf die Grenze oder davor?
Ohne Nachbarrechtsgesetz bleibt die Grundregel des BGB: Ein Zaun exakt auf der Grenze ist eine gemeinsame Sache und braucht das Einverständnis beider Seiten. Wer allein entscheiden möchte, setzt ihn wenige Zentimeter auf das eigene Grundstück – dann gehören Zaun, Pfosten und Fundamente allein ihm.
Aus der Montagepraxis: Auch die Betonfundamente müssen vollständig auf dem eigenen Grundstück liegen, nicht nur der sichtbare Zaun. Deshalb klären wir vor jeder Montage den Grenzverlauf – Grenzsteine, Lageplan, im Zweifel Katasteramt.
Kosten: ohne Gesetz keine Teilung
In Niedersachsen gibt es Regeln zur Kostentragung bei gemeinsamen Einfriedungen. In Bremen nicht. Wer dort baut, zahlt – es sei denn, man vereinbart etwas anderes. Eine hälftige Teilung ist üblich und fair, aber sie ergibt sich nicht aus dem Gesetz, sondern aus der Absprache.
Wie Kostenteilung in Niedersachsen dagegen geregelt ist, steht in Wer zahlt den Zaun? – der Vergleich macht den Unterschied deutlich.
Deshalb ist die Absprache in Bremen wichtiger
Wenn kein Gesetz die Lücken füllt, füllt sie im Streitfall ein Gericht – oder niemand. Halten Sie deshalb fest, was Sie besprochen haben. Fünf Zeilen, von beiden unterschrieben, reichen:
- Standort: auf der Grenze oder mit Abstand, gemessen ab welchem Punkt
- Modell, Höhe und Farbe, am besten mit Produktbezeichnung
- Kostenteilung inklusive Montage und späterer Reparaturen
- Wer beauftragt und wer die Rechnung bezahlt
- Was bei Beschädigung oder Austausch gilt
Das klingt förmlich, ist aber vor allem hilfreich, wenn ein Grundstück später den Besitzer wechselt – dann erinnert sich niemand mehr an das Gespräch am Gartentor.
Zum Vergleich: das Nachbarrecht in Niedersachsen
Häufige Fragen
Hat Bremen ein Nachbarrechtsgesetz?
Nein. Maßgeblich sind das BGB, die Bremische Landesbauordnung, der Bebauungsplan und örtliche Satzungen. Gerichte ziehen zur Beurteilung der Ortsüblichkeit gelegentlich Maßstäbe aus dem niedersächsischen Nachbarrecht heran, verbindlich ist das aber nicht.
Wie hoch darf der Zaun zum Nachbarn in Bremen sein?
Hinter der vorderen Baulinie nach § 9 BremLBO bis 2 m über der Geländeoberfläche des Nachbargrundstücks. Für den Vorgartenbereich gelten eigene Regeln, und Bebauungsplan sowie Satzung haben Vorrang.
Muss sich mein Nachbar in Bremen an den Kosten beteiligen?
Es gibt keine gesetzliche Kostenteilung. Ohne Vereinbarung trägt die Kosten, wer baut – und behält dafür alle Rechte am Zaun.
Wo verläuft meine Grenze genau?
Grenzsteine suchen oder den Lageplan prüfen; bei Unklarheit hilft das Katasteramt. Ein Zaun auf fremdem Grund muss im Streitfall weichen – auch nach Jahren.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt praktische Orientierung aus unserer Erfahrung als Zaunbauer (Stand August 2026) und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich ist die Auskunft Ihrer Bauaufsichtsbehörde; im Streitfall hilft eine Anwältin oder ein Anwalt.
Zaun in Bremen geplant? Wir liefern und montieren in Bremen und im gesamten Umland. Alle Infos für die Region stehen auf Zaun kaufen in Bremen; Ihr kostenloses Angebot fordern Sie über die Einkaufsliste an.











