Die Kurzfassung: Zäune fallen bei Sturm fast nie wegen des Materials um, sondern wegen des Fundaments – und weil aus einem offenen Zaun später ein blickdichter wurde. Und beim Geld gilt ein Satz, den viele erst nach dem Sturm lesen: Der Zaun ist nur versichert, wenn er in der Police ausdrücklich steht. Beides lässt sich vorher klären.
Warum Zäune umfallen
Wind wirkt auf die Fläche. Ein offener Metallzaun lässt ihn hindurch und bekommt entsprechend wenig ab. Ziehen Sie Sichtschutzstreifen ein oder montieren flächige Füllungen, wird aus derselben Anlage ein Segel – und die gesamte Kraft landet auf Pfosten und Fundament, die für den offenen Zaun berechnet waren. Das ist der mit Abstand häufigste Grund, warum nachgerüstete Sichtschutzzäune nach dem ersten Herbststurm schief stehen.
- Zu flache Fundamente: Unter 80 cm arbeitet der Frost mit, und der Wind hat leichtes Spiel.
- Zu schwache Pfosten: Bei hohen oder blickdichten Anlagen reicht der schlanke Pfosten nicht.
- Aufgedübelt statt gegründet: Auf Mauern hält nur eine fachgerechte Verankerung.
- Böen von der Seite: Freistehende Endfelder und Tore sind die Schwachstellen, nicht die Mitte.
So wird der Zaun sturmfest
- Frostfrei und tief gründen: rund 80 cm, Loch etwa 30 × 30 cm, erdfeuchter Beton der Klasse C25/30 – wie in Zaunpfosten richtig setzen beschrieben.
- Sichtschutz von Anfang an mitdenken: Sagen Sie beim Angebot, ob blickdicht geplant ist – dann kalkulieren wir stärkere Pfosten und größere Fundamente ein, nicht hinterher.
- Mattenstärke passend wählen: Für hohe, geschlossene Anlagen ist 8/6/8 die richtige Wahl, siehe 6/5/6 oder 8/6/8?
- Bei Aufdübelung nachrechnen: Auf Mauer oder Sockel entscheidet die Verankerung, siehe Zaun auf Mauer montieren.
- Teilweise blickdicht als Kompromiss: Wer nur den Sitzbereich schließt, halbiert die Angriffsfläche und behält den Sichtschutz dort, wo er zählt.
- Tore prüfen: Feststeller und Endanschläge verhindern, dass ein Flügel im Wind gegen den Pfosten arbeitet.
Der Punkt, den viele erst nach dem Sturm lesen
Die Wohngebäudeversicherung deckt Sturmschäden in der Regel ab Windstärke 8 – das entspricht etwa 62 km/h. Darunter zahlt sie normalerweise nicht, auch wenn der Schaden echt ist.
Wichtiger noch: Ein Zaun ist nicht automatisch mitversichert. Einfriedungen, Gartenhaus, Geräteschuppen und Ähnliches gelten als Grundstücksbestandteile und müssen in der Police ausdrücklich als mitversichert aufgeführt sein. Das ist eine Zeile im Vertrag, die kaum jemand kennt – und die im Schadensfall über mehrere Tausend Euro entscheidet.
Unsere Empfehlung: Holen Sie Ihre Police heraus und suchen Sie nach „Grundstücksbestandteile“ oder „Einfriedung“. Steht der Zaun nicht drin, ist das meist eine kleine Ergänzung – und der richtige Moment dafür ist vor dem Herbst, nicht danach.
Nachbars Baum liegt auf meinem Zaun – wer zahlt?
Erster Ansprechpartner ist Ihre eigene Gebäudeversicherung, nicht der Nachbar. Ein Rückgriff auf ihn kommt nur infrage, wenn er seine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat – also etwa einen erkennbar kranken oder morschen Baum trotz Hinweis stehen ließ. Ein gesunder Baum, der bei einem schweren Sturm umfällt, ist Naturgewalt, kein Verschulden.
Umgekehrt gilt dasselbe für Sie: Kippt Ihr Zaun auf das Nachbarauto, wird gefragt, ob er fachgerecht errichtet war. Ein sauber gegründeter Zaun ist deshalb nicht nur eine technische, sondern auch eine rechtliche Absicherung.
Nach dem Sturm: die richtige Reihenfolge
- Sichern, nicht aufräumen: Gefahrenstellen absperren, aber nichts wegwerfen.
- Fotografieren, bevor etwas bewegt wird – Gesamtansicht und Details, am besten mit Maßstab.
- Schaden melden, zügig und mit den Fotos. Viele Policen verlangen unverzügliche Meldung.
- Notmaßnahmen sind erlaubt, um Folgeschäden zu verhindern – Belege aufbewahren.
- Kostenvoranschlag einholen: Wir erstellen den auch für Zäune, die nicht von uns sind.
- Wetterdaten sichern: Die Windstärke am Schadenstag ist im Zweifel das entscheidende Argument.
Reparieren oder ersetzen?
Bei feuerverzinkten Anlagen ist die Reparatur oft möglich: Einzelne Felder und Pfosten lassen sich tauschen, weil unsere Systeme in Serie gefertigt sind und Maße nachlieferbar bleiben. Verzogene Rahmen und ausgerissene Fundamente sind dagegen ein Fall für den Neuaufbau des betroffenen Abschnitts. Was Sie beim Korrosionsschutz an den Schnittstellen beachten müssen, steht in Rost am Metallzaun.
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Häufige Fragen
Ab welcher Windstärke zahlt die Versicherung?
In der Regel ab Windstärke 8, also etwa 62 km/h. Der Nachweis läuft über amtliche Wetterdaten für den Schadenstag und -ort.
Ist mein Zaun in der Gebäudeversicherung enthalten?
Nicht automatisch. Einfriedungen müssen als mitversicherte Grundstücksbestandteile in der Police stehen. Prüfen Sie das – die Ergänzung ist meist unkompliziert.
Muss der Nachbar zahlen, wenn sein Baum meinen Zaun trifft?
Nur bei Verletzung der Verkehrssicherungspflicht, etwa bei einem erkennbar geschädigten Baum. Sonst greift Ihre eigene Versicherung.
Helfen Sturmanker?
Bei aufgeschraubten Zäunen und Sockelmontagen ja. Ein einbetonierter Pfosten in frostfreier Tiefe braucht sie nicht – dort ist die Gründung selbst die Sicherung.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt praktische Orientierung aus unserer Erfahrung als Zaunbauer (Stand August 2026) und ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich ist die Auskunft Ihrer Bauaufsichtsbehörde; im Streitfall hilft eine Anwältin oder ein Anwalt.
Zaun schief oder Sturmschaden? Wir schauen uns die Anlage an und sagen Ihnen, was reparabel ist und was nicht – auch bei Zäunen, die nicht von uns stammen. Zum Kontakt oder über die Einkaufsliste.












